Mein Messebau-Agent lernt vom CAD-Planer. Ohne Modelltraining.
Eine Korrektur am Podest gilt auch beim nächsten Stand mit Doppelboden.
Ein Aussteller fragt bei einem Messebauer an. Bevor er unterschreibt, will er seinen Stand sehen. Ab da zählt jedes Detail: Sitzt die Kantenleiste am Podest richtig? Steht der Wandtext hoch genug? Das weiß der erfahrene CAD-Planer des Messebauers. Dieses Wissen steckt in seinem Kopf. Mein Agent soll es haben, ohne dass der Planer es ihm bei jedem Stand neu sagen muss.
Ich baue für diesen Messebauer einen Agenten. Und ich bin überzeugt: Ein Agent wird im Betrieb nicht durch ein besseres Modell gut. Er wird gut, wenn das Wissen deiner besten Leute in seine Regeln wandert. Der Profi korrigiert eine übertragbare Sache einmal, nicht bei jedem Auftrag neu.
Vom Kopf des Planers in die Regeln
Am Anfang steht eine Anfrage, kein fertiger Standplan. Der Aussteller wählt Möbel aus dem Online-Katalog, schreibt ein paar Zeilen zu seinem Vorhaben und gibt Maße sowie die Art des Stands an. Dazu kommen Firmenfarben, Logo und Grafik. Der Agent wählt eine passende Vorlage, setzt Originalbauteile des Messebauers ein und platziert die ausgewählten Möbel. Am Ende erstellt er eine Präsentation mit Ansichten, Optionen und den Mengen als Grundlage fürs Angebot.
Die Bilder rechnet der Computer direkt aus dem 3D-Modell. Eine KI, die Bilder malt, erfindet Bauteile. Und ein schönes Bild von einem Stand, den keiner bauen kann, hilft im Angebot niemandem.
Ein erfahrener CAD-Planer überarbeitet die Entwürfe im gemeinsamen Ordner. Was er ändert, gilt zunächst für den jeweiligen Stand. Spannend wird es, wenn seine Korrektur auch beim nächsten Auftrag gebraucht wird. Dann mache ich daraus eine Regel.
Erstes Beispiel: Beim Doppelboden hat der Planer die Kantenleiste festgelegt, 2 × 2 cm, bündig an der Oberkante. Keine Holzblende über die ganze Höhe des Podests. Seitdem prüft der Agent diese Vorgabe bei jedem Stand mit Doppelboden. Zweites Beispiel: Wandtext steht komplett über der halben Wandhöhe. Beim nächsten passenden Entwurf zeigt der Agent, wo er eine solche Regel angewendet hat.

Das ist kein Modelltraining. Die Prüfregeln stehen in Dateien, die der Agent bei jedem Entwurf liest. So bleibt die fachliche Entscheidung nachvollziehbar: Der Planer kann an der Kantenleiste sehen, ob seine Vorgabe angekommen ist, statt sie im nächsten Entwurf wieder anzustreichen.
Auch der Messebauer selbst gibt Regeln vor. In jeder Gesamtansicht steht eine echte 3D-Person an der Empfangstheke, damit man die Größe des Stands einschätzen kann. Seit er das festgelegt hat, läuft die Regel bei jeder Gesamtansicht mit.

Für die Angebotsphase macht das einen konkreten Unterschied. Bekannte Standkonzepte baut der Agent fehlerfrei nach und stellt sie in wenigen Minuten auf andere Firmenfarben und Logos um. Die Bilder rechnet der Computer danach in 10 bis 15 Minuten. Der Planer muss einen bekannten Stand dafür nicht neu aufbauen und dieselbe übertragbare Korrektur nicht bei jedem Auftrag wiederholen. Der Aussteller sieht seinen Stand früher. Wie viel Korrekturarbeit das unterm Strich spart, messen wir gerade.

Wenn bei dir Fachwissen nur im Kopf einer Person steckt, schau auf ihre wiederkehrenden Korrekturen. Im Erstgespräch klären wir, welche davon sich als prüfbare Regeln für einen Agenten eignen: Jetzt unverbindliches Erstgespräch anfragen!
Welche Korrektur machst du gerade zum dritten Mal?
Denk an eine Arbeit, bei der dein bester Fachmann regelmäßig Entwürfe überarbeitet. Du brauchst dafür noch keinen Agenten. Such zuerst nach der Änderung, die er immer wieder selbst macht:
- Was korrigiert er erneut? Benenn die Stelle am Ergebnis, nicht bloß „die Qualität“.
- Woran ließe sich die richtige Ausführung prüfen? Gibt es ein Maß oder eine klare Bedingung wie bei der Kantenleiste?
- Wer bestätigt die Regel? Der Fachmann sollte sehen, was der Agent daraus gemacht hat, bevor sie für weitere Aufträge gilt.
Welches Wissen steckt bei dir nur im Kopf einer Person?
Die Woche in 5 Zeilen
- Gemini 2.5: Google schaltet am 20.10. Gemini 2.5 Pro, Flash und Flash-Lite auf seiner Unternehmensplattform ab. Betrifft Automationen über die Google-Cloud-Schnittstelle, nicht die Gemini-App. Prüf, ob deine sie nutzen.
- Claude Sonnet 5.5: Laut Anthropic ist es 30 % schneller als Sonnet 5 und in Claude.ai, per API sowie bei großen Cloud-Anbietern verfügbar.
- GPT-6.1 Sol: Laut OpenAI ähnlich stark wie GPT-6 Astra, aber schneller und günstiger. In der eigenen Cyber-Sicherheitsbewertung stuft OpenAI es als „Critical“ ein.
- Gemini 4 Argon: Google gibt das neue Spitzenmodell vorerst nur ausgewählten Teams für Cyber-Abwehr. Breiterer Zugang soll später folgen.
- NVIDIA: Die Open Agent Safety Platform soll KI-Agenten vom Test bis zum Betrieb absichern. Mehr als 100 Partner sind beteiligt.
Bis nächste Woche
Till
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